Nach einem gut gelungenem Einstand in den Alpen im letzten Jahr am gleichen Ort (Mein erster Alpenpass überhaupt), sollte es dieses Jahr mal etwas schneller werden.
Im Frühjahr hatte ich mich gut vorbereitet, also sollte einiges gehen.
Von zwei selbst auferlegten Vorgaben habe ich immerhin eine geschafft:
1.) Den Stelvio unter zwei Stunden zu fahren.
Meine Zeit lag bei ca. 1:50 Std. Gestoppt hatte ich 1:55 am Gipfel. Da die Kontrollstelle aber in der letzten Kurve vor dem Pass lag, habe ich dort rund 3 min. mit Wasser auffassen und Bananenverkostung verplempert.
Unten in Prad hatte ich schon vor dem Ortsausgangsschild gestoppt. (Dort, wo rechts der Parkplatz ist) Bis zum Schild waren es auch wieder einige wenige Minuten.
2.) Den Giro unter 6:30 Std. zu fahren.
Wenn man meine, selbst gestoppte, Nettozeit nimmt hat's hingehauen (6:28).
Aber brutto waren es halt 6:38 Std.
Ursache war ein Anfängerfehler (Die häufen sich in diesem Jahr), den ich schon am Anstieg zum Stelvio machte. Aufgrund des noch kühlen Wetters hatte ich zu wenig getrunken, was sich am Gipfel des Ofenpass mit Zucken in den Waden, und später, im flachen, sehr schnellen Teil mit heftigsten Krämpfen in beiden Beinen rächte.
Ich musste anhalten, verlor die schnelle Gruppe, und futsch war die gute Zeit.
Den Rest erledigten die Ampeln an den Baustellen durch's Engandin, wo die Wartezeiten aber eigentlich passabel waren.
Dafür hatten wir bestes Wetter, 10 Grad am Stilfzer Joch und 21 Grad am Ofen. Später soll es dort sogar 30 Grad heiss gewesen sein.
Der berühmte Blick auf die Steilwand am Stelvio war leider durch eine Dunstglocke versperrt. Schade, der Blick von schräg unten auf diese Serpentinen ist einfach immer wieder gigantisch.
Dafür war der Blick von oben auf die teilweise Nebel verhangenen Täler schon toll.
Die Naturpiste an der Abfahrt vom Umbrailpass war dieses mal in einem erstaunlich gutem Zustand. Letztes Jahr war die Strecke richtig schlecht.
Meine "Ultremo's" hatten die Strapazen bestens weggesteckt. Ich weiss nicht, was die Leute mit den Reifen anstellen. Ich habe bis jetzt überhaupt keine Probleme mit den Dingern.
Die Stimmung in Nauders war dieses Jahr trotz teilweise schlechtem Wetters am Freitag richtig gut. Grund war die "Radsportwoche", eine feine Sache der Veranstallter, etwas mehr zu bieten als nur den Giro.
Der Dreiländer-Giro ist kein Mega-Event wie der Ötztaler, Alpenprevet, oder unzählige andere Marathons. Ich hatte dieses Mal den Eindruck, als wäre das eher so eine Art Jedermann-Rennen mit einem der schönsten Pässe, den man mir dem Rennrad fahren kann.
Meine Liebe zu dem Pass ist jedenfalls ungebrochen.
Die Stimmung in Nauders war für meinen Geschmack sehr gut. Was auch an der Stimmung nach dem Event liegt. Der Zielbereich mit Festzelt liegt auf einer grossen Wiese, wo nach dem Zieleinlauf mehr oder weniger Alle rumstehen, liegen, dort wird geplaudert, mansche liegen auf der Wiese und dösen, Andere trinken ein verdientes Bier, u.s.w.
Diese Stimmung findet man beim Ötzi z.B. nicht, zugegeben, dort gibt es auch keine Wiese im Zielbereich.
Insgesamt eine Veranstalltung, die mich nächstes Jahr wieder nach Nauders führen wird, vorausgesetzt, der Stelvio bleibt, wo er ist.
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Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart